Genehmigung Pferdehaltung

Für das Halten von Pferden kann eine Erlaubnis vom Veterinäramt erforderlich sein. Ob eine Genehmigung eingeholt werden muss, hängt von Art und Umfang der Pferdehaltung ab. Genehmigungspflichtig sind beispielsweise die gewerbliche Pferdezucht, Pferdepensionen sowie Reit- und Fahrbetriebe. Davon ausgenommen sind rein private Pferdehaltungen.

Genehmigung zur Pferdehaltung – Tierschutzgesetz

Die Grundlage aller Überlegungen ist das Tierschutzgesetz (TierSchG). Darin ist als selbstverständlich festgehalten, dass das Leben und Wohlbefinden von Tieren zu schützen ist. Neben artgerechter Haltung und ausreichend Bewegungsmöglichkeiten müssen außerdem entsprechende Kenntnisse über die Bedürfnisse eines Tieres vorhanden sein. Das TierSchG ist außerdem die gesetzliche Grundlage für die Erlaubnis zur Haltung von Tieren. Das Tierschutzgesetz finden Sie hier.

Gewerbliche Pferdehaltung genehmigt das Veterinäramt

Bei gewerblichen Pferdehaltungen hat das Veterinäramt laut TierSchG §11 ein Wörtchen mitzureden. Eine gewerbsmäßige Pferdehaltung wird Ihnen unterstellt, wenn Sie selbstständig, planmäßig, fortgesetzt und mit Absicht der Gewinnerzielung Pferde halten. Dies gilt zum Beispiel für Pferdezüchter, Pferdepensionen, Pferdehändler und Reit- oder Fahrbetriebe. Die Erlaubnis zur Haltung von Pferden wird Ihnen erst nach Prüfung der zuständigen Behörde erteilt. Dabei müssen Sie mit einer Begehung Ihres Hofes und mit einer Überprüfung Ihrer Kenntnisse rechnen.

Private Pferdehaltung bedarf keiner Genehmigung

Für Ihre private Pferdehaltung brauchen Sie keine Erlaubnis vom Veterinäramt. Allerdings können Sie die Pferde nicht einfach in der Garage halten, die Terrasse zum Paddock umfunktionieren und den Rasen als Weide nutzen. Ob eine Pferdehaltung an Ihrem Haus zulässig ist, legt das Baugesetzbuch (BauGB), bzw. der Außenbereichserlass § 35 fest. Je nach Bebauungsplan der Gemeinde ist eine Pferdehaltung also gar nicht erlaubt. Darüber hinaus müssen Sie die Anforderungen des Tierschutzgesetzes einhalten.

Eine artgerechte Tierhaltung ist Voraussetzung

Um die Erlaubnis zur Haltung von Pferden zu erlangen, muss eine artgerechte Haltung möglich und ausreichend Ausläufe vorhanden sein. Was das genau bedeutet, hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in den Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten festgehalten.

Hier finden Sie von den grundlegenden Bedürfnissen der Pferde bis hin zu genauen Maßen möglicher Bauteile wie z. B. Durchfressgitter alle wichtigen Angaben für Ihre Pferdehaltung. Die Leitlinien zu kennen ist wichtig, selbst wenn Sie schon jahrelange Erfahrung in der Pferdehaltung haben.

Leitlinien Pferdehaltung
Wichtige Orientierungshilfe für Pferdehalter
Wir unterstützen Sie
Wer schon vor der Gründung einen kompetenten Partner an seiner Seite hat, der sich mit den rechtlichen Gegebenheiten auskennt und die entsprechende Erfahrung mitbringt, ist auf die Anforderungen für die Genehmigung zur Pferdehaltung bestens vorbereitet.

Sachkundenachweis ist Voraussetzung

In jedem Fall müssen Sie Ihre Sachkunde im Umgang mit Pferden nachweisen. Der Verwaltungsvorschrift zufolge sind Sie sachkundig, wenn Sie:

– Eine entsprechende Aus- oder Weiterbildung absolviert haben.
– Langjährige private oder berufliche Erfahrung mit Pferden nachweisen.

Sollte das Veterinäramt Zweifel an Ihren Kenntnissen haben, können Sie den zuständigen Mitarbeiter der Behörde in einem Fachgespräch von Ihrem Knowhow überzeugen. Dieser erwartet Kenntnisse in den Bereichen grundlegende Biologie, Pferdehaltung, Fütterung, Krankheiten sowie tierschutzrechtlicher Bestimmungen.

Erst wenn der Amtstierarzt zufrieden ist, bekommen Sie die Erlaubnis für Ihre Pferdehaltung. Zusätzlich wird übrigens oft eine Vertretung für Sie verlangt. Diese Person muss ebenfalls die notwendige Sachkunde nachweisen.

Neuerlaubnis bei Betriebsübernahme

Bei der Übernahme eines bestehenden Pferdebetriebes kann nicht selbstverständlich davon ausgegangen werden, dass sämtliche Stalltrakte wie bisher weiter genutzt werden können. Denn mit dem Eigentümerwechsel erlischt ein möglicher Bestandsschutz.

Wenn also ein Pferdebetrieb übernommen werden soll, ist die Pferdehaltung nach aktuellen Gesichtspunkten zu bewerten und gegebenenfalls zu modernisieren, denn der Amtstierarzt kann die Erlaubnis für die Haltung in veralteten Stalltrakten verwehren. Erst wenn alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind, erhalten Sie hierfür eine Genehmigung zur Pferdehaltung vom Veterinäramt.

Wirtschaftlich können diese Anforderungen für den Pferdebetrieb eine große Herausforderung sein. Zum einen werden ggf. zusätzliche und ungeplante Investitionen erforderlich, zum anderen ist es gut möglich, dass zur Neueröffnung des Betriebes nur eine verringerte Anzahl an Pferdestellplätzen zur Verfügung steht. Ein Unternehmer, der sich über solche Eventualitäten keine Gedanken gemacht hat, verkalkuliert sich schnell.

Harms | Pferdeprofis gut beraten

Dies könnte Sie auch interessieren:

Gründungsberatung | Businesspläne | Modernisierung von Reitanlagen