Vorsicht Herbstrehe!

Der Herbst ist da und mit ihm sinken die Temperaturen. Der erste Frost lässt vermutlich nicht mehr lange auf sich warten. Dadurch verändern sich die Inhaltsstoffe der Pferdeweiden. Gutes Weidemanagement reagiert rechtzeitig auf die veränderten Witterungsbedingungen.

Hufrehe. Es werden drei Ursachen für eine Rehe unterschieden: Stoffwechselerkrankungen, Vergiftungen und Überbelastung. Bei jeder Hufrehe wird die Lederhaut in der Hornkapsel geschädigt, welche als Verbindung zwischen Hornkapsel und Hufbein fungiert. Wird das Gefüge im Huf geschwächt, kann es zu einer Hufbeinabsenkung und einer Hufbeinrotation kommen. Die Folgen sind mitunter fatal.

Auslöser Fruktan. Eiweiß wird nicht mehr als Grund für eine Hufrehe angesehen. Stattdessen sollen Kohlenhydrate, wie Zucker, Stärke und Fruktane die Rehe auslösen. Die hier beschriebene Herbstrehe wird durch Fruktane ausgelöst, die von Gräsern zum Zwischenspeichern von Energie produziert werden. Pflanzen wandeln durch Photosynthese Licht in verwertbare Energie um. Kann die Energie nicht umgehend zum Wachstum der Pflanze verwendet werden, muss sie zwischengespeichert werden. Das ist vor allem bei hoher Sonneneinstrahlung und gleichzeitig niedrigen Temperaturen der Fall. Dann speichern Pflanzen die überschüssige Energie in Form von Fruktanen. Untersuchungen der Landwirtschaftskammer haben über das Jahr deutlich unterschiedliche Fruktananreicherungen in Gräsern festgestellt: Die höchsten Fruktanwerte wurden demnach im Frühjahr und Herbst gemessen, weil dann die Temperaturen am niedrigsten waren. Deswegen ist die Rehe-Gefahr jetzt besonders hoch.

Aufbau eines Hufs
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Weidezeit und Fütterung. Das Risiko für Herbstrehe kann durch gutes Weidemanagement verringert werden. An kühlen Tagen mit hoher Sonneneinstrahlung sollte die Weidezeit verkürzt werden. Kommt es bei strahlend blauem Himmel zu Temperaturen um den Gefrierpunkt, sollte auf den Weidegang sogar vollständig verzichtet werden.

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