Höchstpreise für Heu und Stroh

Betriebsleiter werden dieses Jahr mit mäßigen Heuerträgen auf eigenen Flächen und hohen Einkaufspreisen am Markt konfrontiert. Ursächlich sind zum einen die ungünstigen Witterungsbedingungen in 2011, wodurch besonders der erste Schnitt hinter den Erwartungen zurück blieb. Zum anderen erhöht die Ausweitung des Maisanbaus für Biogas-Anlagen den Druck auf die Marktpreise für Heu und Stroh.

Marktpreise. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Marktpreise 2011 für Heu um 64% und für Stroh um 54% zugelegt. Dieser enorme Kostenanstieg kann von Pferdeställen nicht mehr aufgefangen werden – eine Preiserhöhung für Einsteller ist unumgänglich. Betriebe mit eigener Futtergrundlage müssen unter Umständen weder Raufutter noch Einstreu hinzukaufen aber die Boxenmiete dennoch neu kalkulieren. Denn die eingelagerte Ernte hat an Wert hinzugewonnen und würde bei einem Verkauf höhere Einnahmen erzielen.

Boxenmiete. Bei der Anpassung der Einsteller-Preise ist umsichtig vorzugehen. Dazu muss bereits im Vorfeld den Spekulationen auf der Stallgasse entgegengewirkt werden, da sich ansonsten eine vermeidbare Unruhe ausbreitet. Wer einen intensiven Dialog mit seinen Einstellern pflegt, hat hier weniger Schwierigkeiten. Wichtig ist, offen mit der Preisentwicklung umzugehen und interessierte Fragen der Einsteller geduldig zu beantworten. Die Preiserhöhung selbst sollte allerdings möglichst attraktiv verpackt werden. Ein flexibles und gut durchdachtes Preissystem lässt den Kunden zudem einen Handlungsspielraum, um auf Preisanpassungen reagieren zu können.

Kalkulation. Wer einen Pensionsstall betreibt und auf die neue Marktlage noch nicht reagiert hat, sollte dringend seine Einsteller-Preise überprüfen. Denn obwohl die Maisernte gute Erträge erwarten lässt und die letzte Trockenperiode Heulage-Ernte ermöglicht hat, ist eine deutliche Erholung der Futterpreise vorerst nicht zu erwarten.

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